Fußparese: Ursachen und Behandlungsmethoden

Admin
By Admin
7 Min Read
Fußparese

Was ist eine Fußparese und wie äußert sie sich?

Bei einer Hebeschwäche Fuß können die Muskeln den Vorderfuß nicht mehr ausreichend in Richtung Schienbein ziehen. Je nach Ursache kann die Schwäche leicht ausgeprägt sein oder das aktive Anheben des Fußes nahezu vollständig unmöglich machen.

Typische Anzeichen sind:

  • Schwierigkeiten, den Vorderfuß und die Zehen anzuheben;
  • Schleifen der Zehen über den Boden;
  • auffälliges Hochheben des Knies beim Gehen;
  • „Klatschen“ des Fußes beim Auftreten;
  • Unsicherheit beim Gehen und häufigeres Stolpern;
  • Taubheitsgefühl oder Kribbeln am Unterschenkel oder Fußrücken;
  • bei manchen Betroffenen zusätzliche Schmerzen oder Muskelschwäche.

Das typische Gangbild wird als Stepper- oder Steppgang bezeichnet. Die betroffene Person hebt Knie und Oberschenkel stärker an, damit die Zehen beim Gehen nicht am Boden hängen bleiben. Eine Fußheberparese kann einseitig oder beidseitig auftreten und je nach Ursache vorübergehend oder dauerhaft bestehen.

Wenn plötzlich eine neue Fußheberschwäche auftritt, sollte sie ärztlich beziehungsweise neurologisch abgeklärt werden. Bei der Untersuchung werden Muskelkraft, Sensibilität und Gangbild beurteilt. Je nach Verdacht können Bildgebung, Elektromyografie und Untersuchungen der Nervenleitfähigkeit erforderlich sein.

„Fallfuß“: Ursachen und Symptome des Krankheitsbildes

Fußparese

Die Fußheberschwäche Ursachen sind unterschiedlich, da die für das Anheben des Fußes verantwortlichen Muskeln von mehreren Strukturen des Nervensystems gesteuert werden.

Zu den häufigsten Ursachen gehören:

  • Schädigung oder Kompression des Peroneusnervs. Dieser Nerv verläuft relativ oberflächlich an der Außenseite des Knies und kann durch Verletzungen, Operationen oder lang anhaltenden Druck geschädigt werden.
  • Bandscheibenvorfall oder Nervenwurzelkompression. Veränderungen im Bereich der Lendenwirbelsäule können Nerven beeinträchtigen, die an der Steuerung der Fußhebermuskulatur beteiligt sind.
  • Diabetische Neuropathie. Diabetes kann periphere Nerven schädigen und dadurch Muskelschwäche verursachen.
  • Schlaganfall oder Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Auch Multiple Sklerose und andere Erkrankungen des Gehirns oder Rückenmarks können zu einem Fallfuß führen.
  • Neuromuskuläre Erkrankungen. Erkrankungen wie Muskeldystrophien oder Charcot-Marie-Tooth können die Muskel- oder Nervenfunktion beeinträchtigen.
  • Längerer äußerer Druck auf den Nerv. Häufiges Übereinanderschlagen der Beine, langes Knien oder Hocken sowie bestimmte Gipsverbände können den Peroneusnerv komprimieren.

Ein unbehandelter Fallfuß kann das Gangbild verändern und das Risiko für Stolpern und Stürze erhöhen. Außerdem können sich bei länger bestehender Bewegungseinschränkung Verkürzungen und Steifigkeit im Bereich von Wade und Achillessehne entwickeln.

Eine individuell ausgewählte Orthese kann den Fuß während des Gehens stabilisieren und in einer günstigeren Position halten. Bei Ortek finden Sie verschiedene Beinorthesen, darunter auch spezielle Fuß-Drop-Orthesen. Welche Orthese geeignet ist, hängt jedoch von der Ursache, Muskelkraft, Sensibilität und dem individuellen Gangbild ab und sollte idealerweise mit einem Arzt oder Physiotherapeuten abgestimmt werden.

Behandlung und Vorbeugung des „Spitzfußes“

Fußparese

Bei einer Fußheberparese wird medizinisch meist von Fallfuß oder Fußheberparese gesprochen. Der Begriff „Spitzfuß“ wird teilweise im Zusammenhang mit der nach unten gerichteten Fußstellung verwendet, kann jedoch auch eine eigenständige Fehlstellung mit eingeschränkter Dorsalflexion bezeichnen.

Die Fußheberschwäche Behandlung richtet sich deshalb immer nach der zugrunde liegenden Ursache. Wird beispielsweise ein Nerv durch eine bestimmte Struktur komprimiert, unterscheidet sich die Behandlung deutlich von der Rehabilitation nach einem Schlaganfall oder einer chronischen Neuropathie.

Eine Fußheberparese Therapie kann folgende Maßnahmen umfassen:

  • Physiotherapie. Sie dient dazu, vorhandene Muskelkraft zu erhalten oder zu verbessern, die Beweglichkeit des Sprunggelenks zu fördern und das Gangbild zu trainieren.
  • Orthesen oder Schienen. Eine Knöchel-Fuß-Orthese kann den Vorderfuß beim Gehen anheben und dadurch das Risiko zu stolpern reduzieren.
  • Elektrische Stimulation. Bei bestimmten Ursachen kann eine funktionelle elektrische Stimulation eingesetzt werden, um den für die Fußhebung zuständigen Nerv während des Gehens zu aktivieren.
  • Behandlung der Grunderkrankung. Dazu gehört beispielsweise die Behandlung einer Nervenkompression, einer Stoffwechselerkrankung oder einer neurologischen Erkrankung.
  • Operative Behandlung. Bei bestimmten Nervenverletzungen oder dauerhaftem Funktionsverlust können Nerveneingriffe, Sehnentransfers oder stabilisierende Operationen infrage kommen.

Fußheber trainieren

Ob und wie intensiv man den Fußheber trainieren sollte, hängt davon ab, wie viel aktive Muskelkraft noch vorhanden ist. Bei einer ausgeprägten oder neu aufgetretenen Parese sollte das Trainingsprogramm zunächst von einem Physiotherapeuten festgelegt werden.

Eine einfache Aktivierungsübung kann folgendermaßen aussehen:

Fußspitze anheben

  1. Setzen Sie sich auf einen stabilen Stuhl.
  2. Stellen Sie beide Füße vollständig auf den Boden.
  3. Lassen Sie die Ferse auf dem Boden stehen.
  4. Ziehen Sie die Zehen und den Vorderfuß langsam in Richtung Schienbein.
  5. Halten Sie die Position 2–3 Sekunden.
  6. Senken Sie den Fuß kontrolliert ab.
  7. Wiederholen Sie die Bewegung 8–10 Mal, sofern sie ohne Schmerzen möglich ist.

Wenn die aktive Bewegung bereits gut gelingt, kann ein Physiotherapeut später Übungen mit leichtem Widerstand ergänzen. Ziel ist nicht, möglichst viel Kraft auf einmal aufzubauen, sondern die vorhandene Muskelaktivität kontrolliert zu nutzen.

Beweglichkeit des Sprunggelenks erhalten

  1. Setzen Sie sich bequem hin.
  2. Heben Sie den Fuß leicht vom Boden ab.
  3. Bewegen Sie ihn langsam nach oben und unten.
  4. Führen Sie anschließend kleine kreisförmige Bewegungen im Sprunggelenk aus.
  5. Wiederholen Sie jede Bewegung 5–10 Mal.

Dehn- und Beweglichkeitsübungen sind wichtig, weil eine länger bestehende Fußheberparese zu Steifigkeit im Bereich von Wade, Ferse und Sprunggelenk beitragen kann.

Zur Vorbeugung von Stürzen sollte außerdem auf gut sitzende, stabile Schuhe geachtet werden. Lose Teppiche und Kabel sollten aus Laufwegen entfernt und Treppen ausreichend beleuchtet werden. Bei stärkerer Unsicherheit kann vorübergehend auch eine Gehhilfe sinnvoll sein.

Sensorische und koordinative Übungen können im Rahmen einer Rehabilitation ebenfalls eine Rolle spielen, müssen aber an die Ursache der Parese angepasst werden. Ortek bietet beispielsweise auch Sensorikmatte Hund für tierphysiotherapeutische Übungen an. Diese Produktgruppe ist speziell für Hunde vorgesehen und darf nicht mit Rehabilitationshilfen für Menschen bei einer Fußheberparese verwechselt werden.

Eine Fußparese sollte nicht ausschließlich mit Übungen zu Hause behandelt werden. Entscheidend ist zunächst herauszufinden, warum der Fuß nicht mehr richtig angehoben werden kann. Je früher die Ursache erkannt wird, desto gezielter können Orthese, Physiotherapie, Nervenstimulation oder andere Behandlungsmethoden eingesetzt werden.

Fazit

Eine Fußheberparese äußert sich vor allem durch Schwierigkeiten beim Anheben des Vorderfußes und ein verändertes Gangbild. Häufig liegen eine Schädigung des Peroneusnervs, eine Nervenwurzelkompression oder eine neurologische Erkrankung zugrunde. Die Therapie richtet sich nach der Ursache und kann Physiotherapie, eine Fußheberorthese, elektrische Stimulation oder in bestimmten Fällen eine Operation umfassen.

Basierend auf Materialien von: https://www.ortek.at/

Share This Article
Follow:
Blogbas Ihr digitales Magazin für aktuelle Themen, neue Perspektiven und inspirierende Inhalte aus Gesellschaft, Politik, Kultur, Wirtschaft, Technologie und mehr. Entdecken. Verstehen. Weiterdenken